Swingtime in Deutschland

16,80  inkl. MWSt.

152 Seiten
gebunden mit zahlreichen, z.T. vierfarbigen Abbildungen

Amerikanische Jazzmusiker und Orchester liebten Europa – die Menschen waren neugierig auf die neue Musik, auf neue, körperbetonte Tänze und waren begeistert von der erotischen Eleganz, die nicht nur über die Konzerte, sondern auch über Platten, Filme und den Rundfunk nach Europa transportiert wurde…

Artikelnummer: ISBN 978-3-88747-271-9 Kategorien: ,

In den zwanziger Jahren locken Gastspiele der besten amerikanischen Bands, der besten Musiker in Paris, Amsterdam, London oder Berlin zig Tausende an. Über das Radio, über Platten, über Filme, Tanzbars etc. feiern die neue Musik und die neuen Tänze gerade in Deutschland wahre Triumphe. Der Trend setzte sich trotz Verboten, Verfolgungen, Behinderungen in der Nazi-Zeit fort: auch in den dreißiger Jahren wurden Jazz-Platten gepresst, deutsche Labels hatten ein erstaunliches Angebot von Count Basie bis zu Benny Goodman oder Duke Ellington, amerikanische Filme mit Swing-Einlagen wurden gezeigt, in einschlägigen Bars wurde »amerikanisch« getanzt, die jugendlichen »Swing-Heinis« demonstrierten feine englische Lebensart, und deutsche Orchester (wie Oscar Joost oder Heinz Wehner) ahmten ihre amerikanischen Vorbilder erfolgreich nach. Ab 1938 wurde die Situation erheblich schwieriger: Jazz oder Swing wurden als »unerwünschte« Stile unterdrückt, Benny Goodman z.B. durfte als jüdischer Musiker nicht mehr gespielt werden, im Radio waren nur noch deutsche Aufnahmen erlaubt. Der mörderische Krieg sorgte dann für das Ende jeder Art von Unterhaltungsmusik, erst recht der »fremdländischen«.
Umso heftiger blühte sie in der Nachkriegszeit wieder auf, insbesondere in den amerikanisch besetzten Teilen Deutschlands, wo Jazz und Swing bald zum Alltag gehörten – dann aber schnell verflachten: als trivial arrangierte Schlagermusik, als Dixieland-Aufwasch. Der Jazz selber wurde eher elitär: als Modern Jazz, Bebop oder Free Jazz. Bis zum erstaunlichen Revival des Swing Ende der achtziger Jahre.

Gunda Bartels Tagesspiegel

»Liebe ist, wenn sich einer das Intro eines Liedes in den Oberarm tätowieren lässt, so wie Stephan Wuthe das mit dem Song ›Klarinettenzauber‹ gemacht hat. Und Swing ist, wenn es bounced. Wenn es was macht? ›Na, wenn es bounced, also wippt◊, sagt der Swing-DJ. Er legt eine Nummer von 1936 auf – ›Goody Goody‹, gespielt von der Benny Goodman Band – und macht dazu Tanzschritte auf seinem Schöneberger Parkett. Dynamische amerikanische Swingtanzschritte, die Balboa heißen oder Lindy Hop. […] ›Swingtime in Deutschland‹, eine hübsch aufgemachte kleine Kulturgeschichte des Swing-Hörens, -Tanzens, –Musizierens hierzulande von 1925 bis jetzt.« Den vollständigen Artikel lesen: Tagesspiegel

Alexander Ebert taz

»Die Geschichte des Swing wird parallel zur Geschichte der Hauptstadt-Unterhaltungskultur bis in die Nachkriegszeit erzählt und es wird intensiv auf Stars aus der Schlager-, Film-, und traditionellen Tanzorchester-Szene eingegangen. So finden sich im Buch neben bekannten Namen wie Louis Armstrong, Paul Whiteman und Josephine Baker viele unbekannte ungarische, deutsche, österreichische und tschechische Musiker. Eine Fundgrube.«

FOX auf 78

»Das liebevoll mit unzähligen Fotos und farbigen Reproduktionen ausgestattete Buch ist für mich in seiner Gesamterscheinung, d.h. optisch und inhaltlich einer der publizistischen Höhepunkte der letzten Jahre, bezogen auf das Genre, welches dem Fox auf 78-Leser besonders am Herzen liegt. Selbst der versierte Kenner der deutschen Tanzmusik vor 1945 kann hier viel dazulernen. … Ein spannendes Buch, welches man ›am Stück‹ durchliest – aber halt, einen Fehler hat es dann doch: Es hätte gerne doppelt so dick ausfallen dürfen!«

Wolfgang Knauer Jazzinstitut Darmstadt

»Wuthes Buch ist reich und interessant bebildert und gerade in seinem Ansatz, nämlich das Drumherum zu beschreiben, eine vergnügliche Lektüre. Allzu kritische Distanz, eine musikalische Einordnung des Gehörten oder eine historisch genaue Aufarbeitung der Jahre, die den Hauptteil des Buchs umfassen, also 1933-1945, sollte man nicht erwarten – das ist auch nicht das Ziel des Autors. Liebevoll aufgemacht ist sein Buch eher ein ideales Geschenk für den Swingverrückten und Fan der deutschen Tanzmusik.« Den vollständigen Artikel lesen Jazzinstitut

Zusätzliche Information

Gewicht 280 g
Größe 24 x 13.5 cm
ISBN Nummer

978-3-88747-271-9