Im Fluss der Zeit. Geheimnisse links und rechts der Spree

18,00  inkl. MWSt.

Aktualisierte und erweiterte Auflage
168 Seiten, gebunden, mit 65 sw-Abbildungen

Historische und kuriose Entdeckungen entlang der Spree: von Ufern, Brücken und ­Inseln, zwischen gestern und heute. Erzählt in bester Berliner Flaneurtradition.

Hier geht es zum Video: Carl-Peter Steinmann spricht über sein Buch in Zeiten der Coronakrise

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Artikelnummer: ISBN 978-3-88747-232-0 Kategorien: , , , , ,

Genau 47 Kilometer schlängelt sich die Spree durch Berlin, und weil die Spree ein sehr langsamer Fluss ist (manchmal fließt sie sogar rückwärts), schafft sie nie mehr als 17 Kilometer pro Tag, ist also fast drei Tage durch Berlin unterwegs. Wer sich von ihr treiben lassen will, hat also genug Zeit, sich umzuschauen, sich kuriose, unbekannte oder auch gruselige Geschichten von ihren Ufern oder Inseln erzählen zu lassen und Geschichte und Stadt aus anderer Perspektive neu zu entdecken – vom Wasser aus.
Joseph Roth schrieb 1921: »Die Stadt hat, vom Wasser aus gesehen, eine andere Physiognomie: eine intimere und ehrfürchtigere zugleich. Die verborgenen Heimlichkeiten aller Häuser und neuer Mietskasernen offenbaren sich der Wasserseite. Höfe, Gänge, Balkons, alte Tore, Misthaufen, Intimitäten jener Häuser, die der lauten Straße gegenüber erschlossen und diskret sind. Vor der Verschwiegenheit des Wassers dürfen sie sich im Negligé zeigen.«

»Wer Fontane schätzt und vielleicht auch etwas über sein Leben gelesen hat, weiß, dass sein Schicksal eng mit der Weidendammer Brücke verbunden war, denn genau hier, mitten auf der Brücke hat er sich mit Emilie Kummer verlobt. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: »Nun war achter Dezember (1845), an welchem Tage mein Onkel August seinen Geburtstag hatte. Während der ersten Nachmittagsstunden erhielt ich, in Dreiecksform, einen Brief, der dahin lautete: ›Lieber Freund. Ich war eben zur Gratulation bei Ihrem Onkel und erfuhr zu meinem Bedauern, dass Sie durch Ihren Dienst verhindert sind, die heutige Geburtstagsfeier mitzumachen. Ich meinerseits werde da sein, bin aber in einiger Verlegenheit wegen des Nachhausekommens. Ich denke, Ihr Bruder soll mich um 10 bis an Ihre Apotheke begleiten, von wo aus Sie wohl den Rest des Weges übernehmen. Ihre Emilie Kummer.‹ Gleich nach zehn Uhr, von wo ab ich frei war, war das Fräulein da. Der noch zurückzulegende Weg war nicht sehr weit, aber auch nicht sehr nah: die ganze Friedrichstraße hinunter bis ans Oranienburger Tor und dann rechts in die spitzwinklig einmündende Oranienburger Straße hinein, wo die junge Dame wohnte. Da wir beide plauderhaft und etwas übermütig waren, so war an Verlegenheit nicht zu denken und diese Verlegenheit kam auch kaum, als sich mir im Laufe des Gesprächs mit einem Male die Betrachtung aufdrängte: ›ja, nun ist es wohl eigentlich das Beste, Dich zu verloben.‹ Es war wenige Schritte vor der Weidendammer Brücke, dass mir dieser glücklichste Gedanke meines Lebens kam und als ich die Brücke wieder um eben so viele Schritte hinter mir hatte, war ich denn auch verlobt.«

Die Literaturagenten: Marie Kaiser und Thomas Böhm radioeins

Auf radioeins »Die Literaturagenten« sprechen Marie Kaiser und Thomas Böhm mit Carl-Peter Steinmann über sein Buch »Im Fluss der Zeit. Geheimnisse links und rechts der Spree«: »… ein Buch, dass uns Berlin noch mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben lässt – man macht quasi eine Fahrt auf der Spree, erfährt dabei viel über Berlins Geschichte, wir entdecken auch literarisch bedeutende Orte. Ein Buch, das sie vor- und rückwärts lesen können.«

radio eins, 21.6.2020

Annemarie Stoltenberg Norddeutscher Rundfunk Kultur. Das gemischte Doppel

Carl-Peter Steinmann ist ein Stadtverführer und weiß tolle Geschichten zu erzählen, die sich an Orten und hinter Gebäuden verbergen. Das macht er hervorragend. Ein perfektes Buch, um es in die Manteltasche zu stecken und damit durch Berlin zu wandern, oder aber in Gedanken.
16.6.2020

Mehr hören: https://www.ndr.de/ndrkultur/Gemischtes-Doppel-Buchtipps-fuer-den-Sommerurlaub-Teil-2,audio698544.html

Christoph Stollowsky Der Tagesspiegel

In bester Berliner Flaneurtradition erzählt der passionierte Stadtführer und Berlin-Historiker kuriose, spannende, oftmals überraschende Geschichten rechts und links der Spree – von gestern bis heute. Sein Buch, das 2004 erstmals herauskam, aber jetzt aktualisiert, erweitert und neu aufgelegt wurde, ist Steinmanns Liebeserklärung an die Spree, die sich auf 47 Kilometern von Rahnsdorf bis zur Spandauer Mündung in die Havel gemächlich durch die Stadt schlängelt. Der Autor ist die gesamte Strecke entlangspaziert, hat mit Leidenschaft Begebenheiten gesammelt und schildert diese locker plaudernd.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-buecher-berlin-ohne-spree-das-taete-weh/25750202.html

17.4.2020