Dieter Richter, Von Hof nach Rom

18,00  inkl. MWSt.

Die ereignisreiche Biographie eines bedeutenden Malers und fränkischen Lebenskünstlers, der von seiner Heimatstadt Hof aus über Leipzig, Dresden und Meiningen in Rom ankommt und dort über fünf Jahrzehnte malt und lebt. Ein Künstler und Lebenskünstler, ein lebensfroher, streitbarer Freigeist, ein »Erzketzer« (wie er sich einmal nannte) im päpstlichen Rom. Das Buch erscheint zum 175. Todestag Reinharts.

Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe
160 Seiten
zahlreiche sw-Abbildungen und Dokumente
gebunden

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Erscheint Mai 2022

Nicht vorrätig

Artikelnummer: ISBN 978 3 88747 392 1 Kategorien: , ,

Johann Christian Reinhart war einer der großen Landschaftsmaler und Radierer der Goethezeit. Geboren 1761 als Sohn eines Pfarrers im kleinen oberfränkischen Hof (das er keineswegs so »abscheulich« findet wie der zwei Jahre jüngere Jean Paul) führt ihn sein Weg über Studien- und lebenslustige Wanderjahre in Leipzig, Dresden und Meiningen 1789 nach Italien. »Rom ist mein Vaterland geworden«, schreibt er nach Hause – und er sollte es nie wieder verlassen. 58 Jahre lang hat er in der Stadt am Tiber gelebt; 1847 wurde er dort auf dem protestantischen Friedhof an der Cestius-Pyramide zu Grabe getragen. Über Generationen hinweg war er das bewunderte »Kunsthaupt« (Ludwig Richter) der deutschen Fremdenkolonie gewesen, Erfinder der feucht-fröhlichen Frühlingsfeste in den Grotten von Cervara und Mitbegründer des »Deutschen Künstlervereins«. Mit seinen »Malerisch radierten Prospekten von Italien« hat er die Campagna von Rom, die er zu Pferd und als leidenschaftlicher Jäger durchstreifte, dem deutschen Publikum nahegebracht. Als Bayerischer Hofmaler schuf er für König Ludwig I. u.a. die »Vier Ansichten von der Villa Malta in Rom« (München, Neue Pinakothek).

»Nicht nur Kunsthistoriker neigen dazu, den Eindruck zu vermitteln, dass Rom für die Künstler eine Art heiliger Ort gewesen sei, eine Stätte, an der sie ehrfurchtsvoll und konzentriert ausschließlich ihrer künstlerischen Bildung gelebt hätten. Man vergißt darüber, daß Rom nicht nur ein Ort für Künstler, sondern auch für Lebenskünstler war, mehr noch: daß hier aus manchem Künstler ein Lebenskünstler wurde. »Künstlerrepublik«: So nennt man die Gesellschaft der Deutsch-Römer gern. Man sollte dabei die zeitgenössischen Konnotationen des Begriffs nicht vergessen. »Republik«: Das war, spätestens seit 1789, ein Wort, an dem der »Ludergeruch der Revolution« haftete – jedenfalls in den absolutistischen Staaten, aus denen ja die deutschen Künstler kamen. Unter den ansässigen Fremden, meist jungen Männern, die hier ohne die politischen und sozialen Kontrollmechanismen ihrer Heimat lebten, entfaltete sich ein Lebensstil, bei dem Angehörige unterschiedlicher sozialer Klassen leichter zueinander fanden als in der Heimat. Dazu gehörte auch ein Lebensstil, in dem die Freuden des »echten, nacketen Amors« (Goethe) leichter und schöner zu genießen waren als in der Heimat. In »wilder Ehe« mit einer Frau zusammenzuleben, wie es ein Wilhelm Waiblinger oder ein Bertel Thorvaldsen in Rom praktizierten, wäre im heimischen Tübingen oder Kopenhagen ein Skandal gewesen.«

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