Bodensee

18,00  inkl. MWSt.

Erstausgabe
144 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag

ERSCHEINT am 5. Oktober 2020

»Dietmar Sous ist einer der eigenwilligsten Autoren der Gegenwart und hat sich als Chronist proletarischer Lebensläufe in der Provinz profiliert.«
Denis Scheck, Deutschlandfunk

Youtube-Video zu 4 Highlights der konterbande Verlage.
Von Transit: Dietmar Sous, BODENSEE

Und hier gehts zum Video: Viel Vergnügen!

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Nicht vorrätig

Artikelnummer: ISBN 978 3 88747 380 8 Kategorien: , ,

»Böse Pechvogel-Geschichten in einem heiter-lakonischen Sound.«
Gisa Funk, Der Tagesspiegel

Anfang der 60er Jahre in einer rheinischen Stadt: Eine Kleinfamilie lebt im permanenten Nahkampf. Der Vater, angeblich durch den Krieg an einer großen Boxerkarriere gehindert, wohnt als schlecht bezahlter Fabrikarbeiter mit Leni, einer attraktiven, eher selbstbewussten Frau zusammen, die sich nach einem besseren Leben sehnt, selber arbeiten möchte und damit ihren Mann zur Raserei bringt, die oft mit »Ausrutschern« endet. Der 15-jährige Sohn Matthes besucht ein Gymnasium, wird vom Vater als »Waschlappen« beschimpft, von autoritären Lehrern geplagt, entwickelt aber seine eigene, etwas schräge Welt. In diese familiäre Enge fällt ein Licht, als Lenis Bruder sie und ihren Sohn an den Bodensee einlädt, wo er mit einem Modeladen viel Geld verdient. Der Bodensee lässt die beiden am Wohlstand schnuppern: schönes Haus, am Wasser gelegen, Mercedes in der Garage, Spazierfahrten in die Schweiz, neueste Schlager aus dem Plattenspieler – und der Sohn erfährt am Bodenseeufer seine erste Liebe. All das verschärft nach ihrer Rückkehr die täglichen Konflikte bis hin zur befreienden Katastrophe.
Dietmar Sous entfaltet in diesem schmalen Roman ein großes Panorama der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit mit all ihrer Verklemmtheit und Grausamkeit, gespickt mit kauzigen Charakteren, Querköpfen und skurrilen, oft unfreiwillig komischen Situationen – und das in lakonischer, pointenreicher und literarisch gekonnter Sprache.

Wie jedes Jahr seit ungefähr dem Urknall fing auch 1962 mit dem 1. Januar an. Neujahr hätte als 1. Mai durchgehen können. Nur Wölkchen am Himmel, falls überhaupt, und Temperaturen, die Eis und Schnee zu Fremdwörtern machten.
Die Atombombenversuche der Amis und Russen seien schuld, sagte Vater, gelegentlicher Zeitungsleser und Nachrichtenhörer, und dass sich, wissenschaftlich absolut erwiesen, bei uns demnächst Wüsten, Kamele und an vierzig Grad im Schatten gewöhnte Mohammedaner breitmachen würden, außerdem Gestalten mit zwei Köpfen und drei kurzen Beinen. Mutationen im Atomzeitalter nennt man das, sagte Vater und schob das Kinn vor.
Ich wollte mithalten. Mutation kommt aus dem Lateinischen, sagte ich. Mutare heißt wechseln, verändern.
Angeber, Wichtigtuer, antwortete Vater so unvermittelt und aufgebracht, dass ich zusammenzuckte.

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