Benn in Berlin

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Joachim Dyck, Benn-Biograph und bekannter Literaturwissenschaftler, schreibt unterhaltsam und detailreich von einem schwierigen Genie, das mitten in der politisch und kulturell brodelnden Großstadt Berlin jahrzehntelang sein ganz eigenes Leben führt.

Artikelnummer: ISBN 978-3-88747-250-4 Kategorie:

Benn und Berlin – das scheint eher eine Selbstverständlichkeit. Seit Beginn seines Studiums 1904 ist er mit der Stadt eng verbunden, arbeitet hier, hat hier seine ersten literarischen Auftritte und Erfolge. Trotzdem weiß man über Benns Leben in Berlin relativ wenig; man kennt vielleicht seine Praxen in der Belle-Alliance-Straße (heute Mehringdamm) und in der Bozener Straße, aber die Lebensumstände, seine Gewohnheiten, seine eigene Welt, aus der heraus er die berühmten Texte und Gedichte schrieb, sind bisher nicht genauer erzählt worden. Das hat auch mit Benns Verschlossenheit zu tun: er liebte die Anonymität, er mochte nicht die Eitelkeiten der künstlerischen Eliten, wollte nur in seinen Texten in Erscheinung treten – und nicht als öffentliche Person.

Stephan Speicher Süddeutsche Zeitung

»Benn war Berliner, ein zugewanderter. In Mansfeld, Westprignitz war er 1886 geboren, in Sellin in der Neumark aufgewachsen. Aber schon 1904, nach zwei Semestern in Marburg, kam er nach Berlin. Dort studierte er, dort praktizierte er als Arzt, dort schrieb er und dort starb er …
›Benn in Berlin‹ heißt ein schmales, schön gestaltetes Buch des Germanisten Joachim Dyck, eines ausgewiesenen Kenners seines Gegenstandes. Vor vier Jahren veröffentlichte er eine ungeheuer detailgenaue Studie ›Der Zeitzeuge. Gottfried Benn 1929-1949‹, davon profitiert das neue Buch, das sich in seiner Kürze an ein breiteres Publikum wendet. Es erzählt mehr von den äußeren und inneren Lebensumständen Benns als von seiner literarischen Arbeit. Aber der Zusammenhang erschließt sich dem Leser sofort. Benn nahm am Leben der Stadt stärker Teil als Brecht oder als Thomas Mann an München. Als Arzt hatte er es wirtschaftlich nicht leicht, aber er hatte einen guten Ruf […]
Und deshalb will man auch von Dramburg hören, ›eine wahre Kaschemme . . . Schnaps u Bier 10 – 20 Pf. billiger als sonst, von morgens an immer überfüllt u. schmutzig, da schiebe ich abends manchmal ein.‹ Er liebte es, nach der Praxis in der Kneipe zu sitzen, ›etwas Alkohol, leichtes Stimulans u. die Bilder kommen u gehn‹. Es gehört zu der berlinischen Ecke, sich als Zeitgenosse zu verstehen: ›In einer Zeit, wo so neue, interessante Dinge sich prägen, – historisch sein, ist das gut?‹«

Jacques Schuster Die Welt

»Joachim Dycks Buch ist eine Liebeserklärung – eine Liebeserklärung an Gottfried Benn und eine an Berlin. Sorgfältig und liebevoll hat der Literaturwissenschaftler und Vorsitzende der Gottfried-Benn-Gesellschaft Berlin nach Spuren des Dichters abgesucht und mit Hilfe von Straßen und Plätzen eine so kleine wie wunderbare Biografie über Benn geschrieben, die sich auch als eine Geschichte der Stadt lesen lässt, in der Benn die meiste Zeit seines Lebens wohnte. Mittelpunkt ist die Bozener Straße 20 im Bayerischen Viertel, in der Benn von 1937 bis 1956 lebte. Benn ist über diese Wohnlage immer glücklich gewesen. ›Nur der Bayerische Platz ist mein zu Hause‹, schrieb er. Wer die weiteren Kapitel liest, etwa über die Buchhandlung Marga Schoeller, die es noch immer gibt, der wird feststellen, wie reich das kulturelle Leben auch des Nachkriegsberlins noch war. ›Man‹ traf sich in der ›Vollen Pulle‹ am Steinplatz und feierte bis in die Morgenstunden. Benn brachte im nahen ›Hotel am Steinplatz‹ seine Gäste unter, die zum 70. Geburtstag des Dichters angereist waren. Dycks Buch endet konsequenterweise auf dem Dahlemer Waldfriedhof. Benn fand dort am 12. Juli 1956 seine letzte Ruhestätte.«

Gregor Dotzauer Der Tagesspiegel

»In 30 Kapiteln verfolgt Joachim Dyck Spuren des Dichters in der Stadt, in die Benn 1904 als 18-jähriger kam und wo er 1956 starb. Dyck widmet sich in dem reich illustrierten Buch nicht nur Benns Frauenbeziehungen, sondern auch dessen Zeit als Student, erzählt wenig bekannte Details zur Berufung Benns in die Akademie der Künste 1932 und berichtet von einer missglückten Kooperation mit dem Komponisten Paul Hindemith. Auch zeichnet Joachim Dyck die Wege nach, die Benn von seiner Wohnung in der Belle-Alliance-Straße bis in die Bozener Straße am Bayerischen Platz führten, wo er auch seine Arztpraxis unterhielt.«

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Zusätzliche Information

ISBN Nummer

978-3-88747-250-4