Lothar Struck in Glanz & Elend über Dietmar Sous, Autor von »Roxy« und »San Tropez«

Die Prosa von Dietmar Sous ist zeitgenössische, bitter-süße Vagantenliteratur, oftmals wild, manchmal sogar albern (vor allem in den Erzählungen) und selbstverständlich pathoslos und frei von Sentiment. In den besten Momenten wird sie episch und weitet dem Leser die Welt. Dabei kommen und gehen Figuren und Handlungsstränge überschlagen sich. Zuweilen tut es gut, wenn die Protagonisten weniger ihre eigenen Handlungen als ihre Umgebung erzählen. Dann gelingt schwankend zwischen Buster-Keaton-hafter Komik und Verzweiflung Herrliches. In Zeiten steriler Schulschreiberei und postmoderner Gesinnungs-Innerlichkeit wirkt das ungewöhnlich und für den Leser, der sich darauf einlässt, erholsam.

Dietmar Sous hat auch (zumeist kurze) Buchkritiken geschrieben, von denen im Lesebuch einige abgedruckt sind. Über Stuart Davids „Peacocks Manifest“ (2003 erschienen) bilanziert er: „Vielleicht keine große Literatur. Auf jeden Fall aber größer“. Auf Dietmar Sous und seine Literatur gemünzt sollte man sagen: „Ziemlich große Literatur. Vielleicht noch größer“.

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