Großes Interview von Antje Weber mit Tilman Spengler »Made in China« in der Süddeutschen Zeitung:

SZ, Antje Weber: Im Grunde ist Ihr Roman eine Frechheit.
Tilman Spengler: So ist er auch gemeint.
 
Worin Sie auf alle Fälle gut sind: im Erzählen. Sie lieben die Abschweifung, Ihnen geht es immer um das Umkreisen von Sachverhalten, von Möglichkeiten?
Ja, das kann man so ein bisschen philosophisch verbrämen, aber ich habe schon als Kind gerne Sachen aus ganz verschiedenen Perspektiven betrachtet, mal auf dem Baum sitzend, mal auf dem Dach sitzend, und mal aus dem Kellerloch. Und so wächst so etwas, glaube ich.
 
In einem Interview  haben Sie gesagt, Ihr Antrieb für diesen Roman sei auch eine Liebeserklärung an Ihre Freunde in China gewesen. 
Ja, die Menschen, die ich dort kenne und die mir die meiste Freude bereiten, besitzen diesen lakonischen Witz und den unendlichen Einfallsreichtum, Regelungen zu umgehen und in ein homerisches Lachen darüber auszubrechen.
 
Auszug, Süddeutsche Zeitung, 20. April 2021