Elke Heidenreich hat am Samstag, 30. April, das Buch von Christiane Bauermeister »Der Gute Russentisch« besprochen: »Nein, er [Wladimir Putin] sitzt bestimmt nicht am Guten Russentisch

… einmal trifft sie bei einem Besuch in (damals noch) Leningrad im Vorzimmer des Bürgermeisters einen Herrn mit grauem Anzug und blauen Augen, die etwas von einem Wiesel hatten, und der gibt ihr seine Visitenkarte. Jetzt fiel ihr das Kärtchen in die Hände: ›Wladimir Putin‹ stand darauf. Wir wissen, wohin sich dieser Mann aus dem Vorzimmer entwickelte. Nein, er sitzt bestimmt nicht am Guten Russentisch, etwa mit Wladimir Sorokin, dessen Bücher in Russland schon verbrannt wurden, oder mit Helena Semjonowa, die mit 85 Jahren ärmlich in einem Mansardenzimmerchen im 6. Stock wohnte, als junge Frau hatte sie bei Alexander Rodtschenko Kunst studiert. Es gibt ihn noch, den guten Russentisch. Die russischen Schlächter aus der Ukraine sitzen dort nicht.
Das ist meine 100. Kolumne, 100 Mal habe ich Ihnen hier neue Bücher vorgestellt, und heute möchte ich nur daran erinnern, dass es Putins Krieg ist, nicht der von Tschechow, Turgenjew oder Lilja Brik.«