Dümmel, Karsten

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Karsten Dümmel gründete 1976 mit neun weiteren Jugendlichen in Schlema den Arbeitskreis „Kunst und Kirche“, der nach wenigen Monaten vom MfS aufgelöst wurde. Im selben Jahr begann seine Ausbildung zum Elektromonteur.

1980 machte er Abitur über den zweiten Bildungsweg. Ab 1983 war er Leiter der Arbeitskreise „Literatur“ sowie der „Friedenswerkstatt“ im evangelischen Gemeindezentrum Gera-Lusan. Diese Arbeitskreise fußten auf dem Modell der „Offenen Arbeit“. In diese Zeit fällt die Zusammenarbeit mit Roland Geipel, Mathias Fischer-Herbst, Martin Morgner, Günter Ullmann, Stephan Krawczyk, Freya Klier und Lutz Rathenow. Aus politischen Gründen wurde Dümmel zwischen 1980 und 1984 achtmal ein Studienplatz abgelehnt. Daraufhin stellte er im Mai 1984 den ersten von insgesamt 56 Ausreiseanträgen. Die Konsequenz war eine verordnete Arbeitsplatzbindung als Fensterputzer, Gebäudereiniger und Hilfsarbeiter in der Nachtreinigung von Zügen. Zudem verhängte das MfS eine Reihe weiterer Maßnahmen wie Kontaktaufnahmesperre, Berlinverbot, Postkontrolle, Reiseverbot und Stadtarrest (teilweise mit Hausarrest) gegen ihn. Die Zersetzungsmaßnahmen des MfS gipfelten in einer „Disziplinierungsmaßnahme“: Dümmel wurde am 18. Juli 1985 für 24 Stunden in Gera in Untersuchungshaft genommen und kam unter Auflagen wieder frei. 1988 erfolge der Häftlingsfreikauf durch die Bundesrepublik Deutschland. Daraufhin nahm er ein Rhetorik- und Germanistik-Studium an der Universität Tübingen auf. 1996 folgte seine Promotion. Dümmel ist Mitglied des P.E.N. Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland und des Autorenkreis der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1997 arbeitet Dümmel in der politischen Erwachsenenbildung und in der Entwicklungshilfe. Dabei lebte er mehrere Jahre im Senegal und in Mali sowie in Frankreich, seit Dezember 2012 Arbeitsaufenthalt als Landesbeauftragter in Kenia mit Sitz in Nairobi.

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