Maria Barbal :
EMMA
Roman
Ein neuer Roman der Autorin von »Wie ein Stein im Geröll« und »Inneres Land«.
»Emma« ist die Geschichte einer modernen, jungen Frau in Barcelona, die auf extreme Weise aus ihrem bisherigen Leben mit Mann, Tochter, Job und geregelten Verhältnissen ausbricht – und fortan auf der Straße lebt als »eine ohne Dach«, als Großstadt-Nomadin, die mal in einem Park, mal in einer Häuserecke hockt oder schläft. Dieses neue Leben, das ihr altes völlig auf den Kopf stellt, ist eine Flucht aus Enttäuschungen, Routine und Angepasstheit und gleichzeitig ein gefährlicher Sprung in radikale Unabhängigkeit. Die Zeit, die sie jetzt im Überfluss hat zum Nachdenken und Schreiben, öffnet ihr die Augen für die Ursachen ihrer Wut und Zweifel ebenso wie für die immense und manchmal zerreissende Energie, die sie aus dem Verlangen nach Würde und Liebe zieht. Sie denkt an den Mann, mit dem sie verheiratet ist, ein Anwalt mit großen politischen Ambitionen, der sogar ihre Affäre mit einem französischen Liebhaber nur unter dem Aspekt sieht, ob sie seiner eigenen Karriere schaden könnte. Sie erlebt demütigende Szenen auf der Straße, Gewalt, brutale Jugendliche, ignorante Erwachsene. Und schreibt an ihre Tochter, um zu erklären, dass ihre Flucht nicht gegen sie gerichtet ist…
»Emma« ist die Geschichte einer modernen, jungen Frau in Barcelona, die auf extreme Weise aus ihrem bisherigen Leben mit Mann, Tochter, Job und geregelten Verhältnissen ausbricht – und fortan auf der Straße lebt als »eine ohne Dach«, als Großstadt-Nomadin, die mal in einem Park, mal in einer Häuserecke hockt oder schläft. Dieses neue Leben, das ihr altes völlig auf den Kopf stellt, ist eine Flucht aus Enttäuschungen, Routine und Angepasstheit und gleichzeitig ein gefährlicher Sprung in radikale Unabhängigkeit. Die Zeit, die sie jetzt im Überfluss hat zum Nachdenken und Schreiben, öffnet ihr die Augen für die Ursachen ihrer Wut und Zweifel ebenso wie für die immense und manchmal zerreissende Energie, die sie aus dem Verlangen nach Würde und Liebe zieht. Sie denkt an den Mann, mit dem sie verheiratet ist, ein Anwalt mit großen politischen Ambitionen, der sogar ihre Affäre mit einem französischen Liebhaber nur unter dem Aspekt sieht, ob sie seiner eigenen Karriere schaden könnte. Sie erlebt demütigende Szenen auf der Straße, Gewalt, brutale Jugendliche, ignorante Erwachsene. Und schreibt an ihre Tochter, um zu erklären, dass ihre Flucht nicht gegen sie gerichtet ist…
Eine Frau, die mehr will, als ihr Familie und Gesellschaft erlauben, eine Frau, die für Liebe und Würde alles aufgibt und alles riskiert.
»Die Schönheit von Maria Barbals Sprache liegt in ihrer Sorgfalt;
egal, ob die Keramiktöpfe auf der Terrasse beschrieben sind oder
die wie poliert glänzenden Hände der Großmutter …«
Bernadette Conrad, Die Zeit
ÜBER DIE AUTORIN
Maria Barbal, 1949 in Tremp (Pyrenäen) geboren, lebt in Barcelona und gilt als eine der wichtigsten und erfolgreichsten katalanischen Autorinnen der Gegenwart. »Wie ein Stein im Geröll«, erschienen bei : TRANSIT im Frühjahr 2007, hat inzwischen die 10. Auflage erreicht. Die katalanische Originalausgabe von »Inneres Land«, (2008) »País íntim«, liegt in der 7. Auflage vor und hat zahlreiche angesehene Literaturpreise erhalten. »Emma«, ihr auch in Spanien zuletzt erschienener Roman erschien 2009. Im Herbst 2011 wird ein weiteres Buch von ihr im Transit Buchverlag erscheinen.
Maria Barbal ist in den Pyrenäen geboren und feierte als katalanische Autorin von "Wie ein Stein im Geröll" und "Inneres Land" große Erfolge. Diese Bücher handeln vom Spanischen Bürgerkrieg. Als Vertreterin der Nachkriegsgeneration befasste sie sich erstmals mit dem nicht verarbeiteten Trauma des Krieges und den langen Jahren der Diktatur. Ihr zweites Buch war aus der Sicht der Enkelin geschrieben. Mit "Emma" ist Barbal nun in der Gegenwart angekommen und beleuchtet eine Mutter-Tochter-Beziehung [...]
[…] Ein Happy End schenkt uns die Autorin allerdings nicht – dafür aber wiederum eine zauberhafte Geschichte einer von der Welt Entrückten, die das gnadenlose Leben auf der Straße ebenso zu spüren bekommt wie das hartherzige Gebaren ihrer kleinen Familie, die sie als Ausgestoßene abkanzelt. Eine faszinierende Lektüre über Glück und Unglück, die so nah beieinanderliegen.
[…] Barbals weibliche Erzählerinnen versuchen stets, das eigene Dasein und dessen Woher zu erklären, auch sich selbst gegenüber, und sie tun dies mit jenen sprachlichen Mitteln, die ihnen der eigenen Herkunft nach zur Verfügung stehen. In dieser stilistischen Anverwandlung hat die Autorin eine bemerkenswerte Souveränität erreicht. Dabei hilft sicher, dass es Barbal wenig ausmacht, auch einmal gefühlig oder punktuell sentenziös zu werden. Im Zweifelsfall gibt die Figur den Ton vor und nicht die literarische Etikette. Die Schlichtheit mancher Passagen markiert jedoch nicht Barbals Horizont, sondern den der jeweiligen Erzählerin. Bisher warf jede dieser Erzählerinnen ein Schlaglicht auf die Mentalität ihrer Epoche. […] Barbal gelingt zwar kein gänzlich neues Spiel, aber es ist doch beeindruckend, wie elegant sie ihre Bausteine auf dem selbstgezogenen Spielfeld anordnet und verschiebt, wie sie verschiedene Motive über die Zeit moduliert, wie kühn und schwerelos der Text mitunter Erzählebenen und -töne wechselt. Dies stilistische Können, das die Geschichte nicht nur mit Feingefühl, sondern auch mit Suspense auflädt, wirkt nie wie Schönschreiberei oder Pose. Es scheint direkt der Aufmerksamkeit für das Beben und Zittern einer Seele im Ausnahmezustand zu entspringen. Der virtuose Ausdruck dieser Aufmerksamkeit hebt "Emma" weit hinaus über jenen Typ von Frauenmitleidsliteratur, zu dem man diesen Stoff auch hätte hinunterschreiben können.
[…] Maria Barbal verhandelt ihr geradezu klassisches Thema – trotz einiger Schwachstellen in der Erzählkonstruktion – mit großer Souveränität. Die psychologische Durchdringung ihrer Hauptfigur und die gewohnt klare und eindringliche Sprache verbinden sich zu einem großartigen Roman.
LESEPROBE
»Die Schönheit von Maria Barbals Sprache liegt in ihrer Sorgfalt;
egal, ob die Keramiktöpfe auf der Terrasse beschrieben sind oder
die wie poliert glänzenden Hände der Großmutter …«
Bernadette Conrad, Die Zeit
ÜBER DIE AUTORIN
Maria Barbal, 1949 in Tremp (Pyrenäen) geboren, lebt in Barcelona und gilt als eine der wichtigsten und erfolgreichsten katalanischen Autorinnen der Gegenwart. »Wie ein Stein im Geröll«, erschienen bei : TRANSIT im Frühjahr 2007, hat inzwischen die 10. Auflage erreicht. Die katalanische Originalausgabe von »Inneres Land«, (2008) »País íntim«, liegt in der 7. Auflage vor und hat zahlreiche angesehene Literaturpreise erhalten. »Emma«, ihr auch in Spanien zuletzt erschienener Roman erschien 2009. Im Herbst 2011 wird ein weiteres Buch von ihr im Transit Buchverlag erscheinen.
PRESSESTIMMEN
Badische Zeitung, 12. Juni 2010
Maria Barbal ist in den Pyrenäen geboren und feierte als katalanische Autorin von "Wie ein Stein im Geröll" und "Inneres Land" große Erfolge. Diese Bücher handeln vom Spanischen Bürgerkrieg. Als Vertreterin der Nachkriegsgeneration befasste sie sich erstmals mit dem nicht verarbeiteten Trauma des Krieges und den langen Jahren der Diktatur. Ihr zweites Buch war aus der Sicht der Enkelin geschrieben. Mit "Emma" ist Barbal nun in der Gegenwart angekommen und beleuchtet eine Mutter-Tochter-Beziehung [...]
Den gesamten Artikel lesen:
http://www.badische-zeitung.de/vom-schonungslosen-demuetigenden-ueberleben-auf-der-strasse
Gießener Allgemeine, Alsfelder Allgemeine, Wetterauer Zeitung, 19. Dezember 2009
Marion Schwarzmann
Marion Schwarzmann
[…] Ein Happy End schenkt uns die Autorin allerdings nicht – dafür aber wiederum eine zauberhafte Geschichte einer von der Welt Entrückten, die das gnadenlose Leben auf der Straße ebenso zu spüren bekommt wie das hartherzige Gebaren ihrer kleinen Familie, die sie als Ausgestoßene abkanzelt. Eine faszinierende Lektüre über Glück und Unglück, die so nah beieinanderliegen.
Stuttgarter Zeitung,18. Dezember 2009
Cornelia Staudacher
[…] Beobachtungen und Reflexionen, Erinnerungen und Träume werden in diesem patchworkartig komponierten Roman plausibel miteinander verflochten. Sein direkter, eher melancholischer als selbstironischer Sprachduktus und die Offenheit, mit der die Ich-Erzählerin über ihre Gefühle spricht, erzeugen einen Sog, dem man sich, je weiter man liest, nicht entziehen kann. Während man noch über die Naivität und Realitätsferne der Protagonistin sinniert, identifiziert man sich schon mit ihr und hofft, dass sie aus ihrer misslichen Lage herausfindet. Den sich aufdrängenden Vergleich mit der Geschichte ihrer berühmten französischen Namensvetterin braucht "Emma", zumindest in einer Hinsicht, nicht zu scheuen: Authentizität, Suspense und seine sprachliche Kunstfertigkeit machen Maria Barbals Roman zu einem kleinen Meisterwerk.
Cornelia Staudacher
Süddeutsche Zeitung, 20. November 2009
Merthen Wortmann
Merthen Wortmann
[…] Barbals weibliche Erzählerinnen versuchen stets, das eigene Dasein und dessen Woher zu erklären, auch sich selbst gegenüber, und sie tun dies mit jenen sprachlichen Mitteln, die ihnen der eigenen Herkunft nach zur Verfügung stehen. In dieser stilistischen Anverwandlung hat die Autorin eine bemerkenswerte Souveränität erreicht. Dabei hilft sicher, dass es Barbal wenig ausmacht, auch einmal gefühlig oder punktuell sentenziös zu werden. Im Zweifelsfall gibt die Figur den Ton vor und nicht die literarische Etikette. Die Schlichtheit mancher Passagen markiert jedoch nicht Barbals Horizont, sondern den der jeweiligen Erzählerin. Bisher warf jede dieser Erzählerinnen ein Schlaglicht auf die Mentalität ihrer Epoche. […] Barbal gelingt zwar kein gänzlich neues Spiel, aber es ist doch beeindruckend, wie elegant sie ihre Bausteine auf dem selbstgezogenen Spielfeld anordnet und verschiebt, wie sie verschiedene Motive über die Zeit moduliert, wie kühn und schwerelos der Text mitunter Erzählebenen und -töne wechselt. Dies stilistische Können, das die Geschichte nicht nur mit Feingefühl, sondern auch mit Suspense auflädt, wirkt nie wie Schönschreiberei oder Pose. Es scheint direkt der Aufmerksamkeit für das Beben und Zittern einer Seele im Ausnahmezustand zu entspringen. Der virtuose Ausdruck dieser Aufmerksamkeit hebt "Emma" weit hinaus über jenen Typ von Frauenmitleidsliteratur, zu dem man diesen Stoff auch hätte hinunterschreiben können.
Deutschlandradio Kultur, 23. September 2009
Gregor Ziolkowski
Gregor Ziolkowski
[…] Maria Barbal verhandelt ihr geradezu klassisches Thema – trotz einiger Schwachstellen in der Erzählkonstruktion – mit großer Souveränität. Die psychologische Durchdringung ihrer Hauptfigur und die gewohnt klare und eindringliche Sprache verbinden sich zu einem großartigen Roman.
Oft muss ich an die Abfolge der Dinge denken, ändert man sie, führt das zu anderen Ergebnissen. Achte nur ja auf die richtige Reihenfolge, Àngels, darauf kommt es an. Dein Vater und auch deine Großmutter haben sich völlig korrekt verhalten, das will ich gerne zugeben. Ich weiß sehr wohl, dass ich diejenige bin, die sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Auch wenn er mich vernachlässigt hat, ich hätte ihm ja zuerst einmal sagen können, wie satt ich das Ganze hatte, wie leid ich alles war, und dass ich jetzt endlich meinen eigenen Weg gehen wollte, wer weiß, was ich alles hätte sagen und tun können. Dann hätte ich auch mein Recht auf dich nicht verwirkt und ich wäre frei gewesen, als ich Denis begegnet bin. Ich hätte ihn dir gleich vorgestellt, und du hättest ihn gemocht, da bin ich mir sicher. Jetzt ist mir klar, dass ich mich an eine Beziehung geklammert habe, von der weiter nichts als die äußere Hülle übrig geblieben war. Ja, unsere Ehe war wie ausgehöhlt, der eine lebte nur noch für seine Arbeit und in der anderen hatten sich Einsamkeit und verletzter Stolz angehäuft. Der einzige Mensch, dem bewusst war, einmal abgesehen von mir, wie sehr ich unter dieser Situation litt, ist deine Tante Casilda gewesen, die abgedrehte und durchgeknallte Ilda. Sie musste allerdings lachen, als ich ihr erzählte, wir würden kaum noch miteinander schlafen, ihr Bruder und ich. Sie machte Witze darüber und schaffte es schließlich sogar, mich zum Lachen zu bringen. Deine Großmutter dagegen, der ich dasselbe erzählt hatte wie Ilda, denn letztendlich hat sie jedes Mal von mir alles haarklein erzählt bekommen, deine Großmutter also versteifte sich darauf, ich müsse mich unbedingt in Àlex Lage versetzen, sie hat ihn immer Àlex genannt, wo er sich doch so aufopfern würde für uns, nur damit wir ein schönes, sorgloses Leben hätten.
Ein ganz normales Leben, das hätte mir ja schon gereicht.
Ein ganz normales Leben, das hätte mir ja schon gereicht.



