Carl-Peter Steinmann :
Erlesene Kriminalfälle
TATORT BERLIN
Erlesene Kriminalfälle
Ein 18-jähriger spielt Al Capone und liefert sich, unterstützt von seiner tapferen, aber gebrechlichen Mutter, ein mehrstündiges Gefecht mit der Polizei; eine polnische Arbeiterin springt in den Landwehrkanal, wird gerettet, behauptet fortan, die letzte lebende Zarentochter zu sein, und beschäftigt als »Fall Anastasia« Medien und Justiz auf der ganzen Welt; eine berühmte Kammersängerin wird ausgerechnet nach ihrem gefeierten Auftritt als Brunhilde in Wagners »Götterdämmerung« vor der Oper erschossen; ein eleganter Autohändler pflegt eine vorbildliche, jedoch teure Leidenschaft: er sammelt bibliophile Raritäten – und wird, um dieser Passion frönen zu können, zum raffinierten Villeneinbrecher; ein kleiner, ausgebuffter Zocker gründet ein Wettunternehmen, bietet Anlegern über fünfzig Prozent Rendite – und macht den Rest der Welt um fast hundert Millionen Reichsmark leichter (das war schon so vor fast hundert Jahren); von einer Garage aus buddeln vier Männer den längsten Tunnel der Kriminalgeschichte zu einer Bank im noblen Viertel Schlachtensee – und tauchen ab mit unerwartet reicher Beute.
Solche Fälle, in denen es nicht um »einfache« Verbrechen, sondern um raffiniertes Einfädeln, Tricks oder listiges, intelligentes Ausnutzen menschlicher Schwächen oder auch um tragikomische Verstrickungen geht, sammelt Carl-Peter Steinmann seit Jahren. Und natürlich bietet Berlin für seine spezielle Sammellust das geeignetste Terrain: Spekulation, Bandenwesen, internationale Verbindungen, Gutgläubigkeit, Angeberei und Raffgier waren und sind hier vorteilhaft versammelt.
Berühmte Taten und Untaten: ob Bruch, Spekulation,
Betrug oder Mord. Ein breites Spektrum krimineller Energie,
kenntnisreich dargeboten und auch gesetzestreuen
Lesern wärmstens anempfohlen!
ÜBER DEN AUTOR
Betrug oder Mord. Ein breites Spektrum krimineller Energie,
kenntnisreich dargeboten und auch gesetzestreuen
Lesern wärmstens anempfohlen!
ÜBER DEN AUTOR
Carl-Peter Steinmann wurde 1946 in Lerbeck/Westfalen geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Er lebt dort als Stadterzähler.
Wer Carl-Peter Steinmann bei seinen Stadtentdeckungen begleiten möchte, kann das Programm seiner Führungen per Mail JLIB_HTML_CLOAKING anfordern.
PRESSESTIMMEN
Der Tagesspiegel
Wer eine Geschichte gelesen hat, dem ergeht es so wie mit der geöffneten Pralinenschachtel: Erst wenn sie alle ist, ist Ruhe. Das Leben, es schreibt doch die besten Geschichten.
kalaschnikow, 18. November 2009
Frank Willmann
Frank Willmann
[…] Diese und weitere Geschichten um jede Art von wahren Verbrechen finden sich im lesenswerten Buch TatOrt Berlin. Autor Steinmann hat eine kleine Kulturgeschichte des Verbrechens in Berlin zusammengestellt, die unbedingt auf jeden Berliner Gabentisch platziert werden muss. Spannend, lehrreich, humorvoll und doch voll profundem Wissen.
Feine Geschichten zum Mitgruseln, Mitleiden und Mitverurteilten.
Das Böse ist immer und überall, doch das Richtschwert ist nie weit, wenn die Verbrecherwelt vorm Richter und seinem Henker die Hose runter lassen.
Den vollständigen Artikel lesen:
Nachdem er einige der Bücher genauer studiert hatte, wurde ihm klar, dass es sich nicht nur um sehr viele, sondern um ausgesprochen seltene und wertvolle Bücher handelte, die hier zu Tausenden die Regale füllten. Zahllose Erstausgaben und bibliophile Raritäten hatte Bernotat zusammengetragen. Herbeigerufene Experten stellten fest, dass in den Regalen eine Büchersammlung von unschätzbarem Wert lagerte. Bernotat war offensichtlich ein Bibliomane, der unter dem Zwang stand, die wertvollsten Bücher besitzen zu müssen. Trotz seines hohen Einkommens hätte er sich eine Bibliothek dieser Qualität nie leisten können. So beging er die zahlreichen Einbrüche, um seiner Leidenschaft frönen zu können.
Der Prozeßbeginn gegen den Büchernarren war auf den 2. August 1922 festgelegt. Wenige Tage vor diesem Datum passierte etwas Unglaubliches: über Nacht verschwanden sämtliche Untersuchungsakten zum Fall »Bernotat«, ohne dass in die Räume der Staatsanwaltschaft mit Gewalt eingebrochen worden wäre. Dieser Vorfall machte klar, dass Bernotat einen Helfer im Polizeipräsidium haben musste. Es blieb nichts anderes übrig, als den Gerichtstermin zu verschieben, um in der Zwischenzeit in mühseliger Kleinarbeit alle Ermittlungen zu rekonstruieren. Für Ende September 1922 war ein neuer Verhandlungsbeginn festgesetzt worden, zu dem es allerdings auch nicht kam, denn plötzlich war Karl Friedrich Bernotat aus der Untersuchungshaftanstalt verschwunden. Wie sich später herausstellte, hatte ein Anwalt die Erlaubnis erhalten, Bernotat aufzusuchen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, nur hatten die Vollzugsbeamten nicht darauf geachtet, dass es einen Anwalt mit dem angegebenen Namen in Berlin gar nicht gab. Und noch schlimmer: Niemand achtete darauf, dass dieser vermeintliche Anwalt wenige Minuten später die Untersuchungshaftanstalt gemeinsam mit einem anderen Mann in Anwaltsrobe verließ …

Erweiterte Neuauflage
Sie werden weitergeleitet zu LIBREKA


