Carl-Peter Steinmann :
Spurensuche in Berlin
Hinter harmlosen Fassaden verbergen sich
die spannendsten Geschichten – hier werden sie ans Licht geholt!
ÜBER DEN AUTOR
Der Tagesspiegel, 4. Oktober 2006
Wie ein Berliner im Packeis überlebte, warum ein junger Elefant sterben musste, was Karl May ärgerte: Carl-Peter Steinmanns neues Buch erzählt die Geschichten hinter den Fassaden der Stadt […]
VON KARL MAY BIS HELMUT NEWTON
Spurensuche in Berlin
Carl-Peter Steinmann, leidenschaftlicher Stadt-Erzähler, schreibt über Orte, die für das Ungewöhnliche und Verrückte Berlins stehen: Zum Beispiel das jetzige Hotel Bogota in der Schlüterstraße, wo man auf Spuren von Helmut Newton, Johannes R. Becher, Friedrich Luft oder Wilhelm Furtwängler stößt; oder ein Hinterhofgebäude am Hackeschen Markt, wo sich in einer Bürstenbinderei zahlreiche Juden (u.a. Inge Deutschkron) verstecken konnten; oder das Gericht, wo Karl May einen Berliner Journalisten verklagte, der ihn als »Verderber der deutschen Jugend« beschimpft hatte; oder das jetzige Literaturhaus, das ursprünglich einem wagemutigen Nordpol-Fahrer gehörte, in dem in den zwanziger Jahren Vladimir Nabokov unter falschem Namen eine Lesung abhielt und wo in der Nachkriegszeit ein Striptease-Lokal die Pforten öffnete.
Es geht um Orte, die in zugespitzter Weise deutlich machen, was für Berlin so typisch ist: Wechselbäder von Schrecken und Idylle, überraschende Hakenschläge der Politik, Verrücktheiten in der Kulturgeschichte, Sensationelles im Alltag – Orte, die immer einen Besuch wert sind!
Es geht um Orte, die in zugespitzter Weise deutlich machen, was für Berlin so typisch ist: Wechselbäder von Schrecken und Idylle, überraschende Hakenschläge der Politik, Verrücktheiten in der Kulturgeschichte, Sensationelles im Alltag – Orte, die immer einen Besuch wert sind!
Hinter harmlosen Fassaden verbergen sich
die spannendsten Geschichten – hier werden sie ans Licht geholt!
ÜBER DEN AUTOR
Carl-Peter Steinmann, geboren 1946 in Lebeck/Westfalen, in Berlin aufgewachsen. Studium der Elektrotechnik und Gründung eines Verlags für Tonproduktionen. Organisiert und konzipiert Veranstaltungen und Führungen zu historischen Themen. Er lebt als freier Autor in Berlin.
Wer Carl-Peter Steinmann bei seinen Stadtentdeckungen begleiten möchte, kann das Programm seiner Führungen per Mail JLIB_HTML_CLOAKING anfordern.
PRESSESTIMMEN
Der Tagesspiegel, 4. Oktober 2006
Wie ein Berliner im Packeis überlebte, warum ein junger Elefant sterben musste, was Karl May ärgerte: Carl-Peter Steinmanns neues Buch erzählt die Geschichten hinter den Fassaden der Stadt […]
Den vollständigen Artikel lesen:
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/04.10.2006/2814994.asp
LESEPROBE
Das Wintergarten-Ensemble in der Fasanenstraße
Am 23. Oktober 1869, um 2 Uhr morgens, zerquetschte das Eis unter lautem Krachen das Schiff, das dann innerhalb von wenigen Minuten versank. Zum Glück für die Besatzung waren die beiden Rettungsboote der »Hansa« unbeschädigt geblieben. Die vierzehn Seeleute hofften nun, daß sie auf ihrer riesigen Eisscholle vom Wind nach Süden getrieben würden, in eine Region, wo Rettung denkbar wäre.[...]
Nach seiner Rückkehr trat Richard Hildebrandt zur kaiserlichen Marine über. In dieser Zeit verliebte er sich in die junge Louise Gruson, die Tochter eines Industriellen, die er 1874 heiratet. Der frisch gebackene Ehemann fährt weiter zur See und ist 1883 erster Offizier auf der »Nymphe«, die den preußischen Prinzen Friedrich Karl auf seiner großen Orientreise von Beirut nach Livorno trägt. Diese Schiffspassage bringt Hildebrandt in die Literatur. Kein geringerer als Theodor Fontane schreibt über ihn in seinen »Wanderungen« im Kapitel Dreilinden: »25. März 1883 (Ostersonntag): Stürmische Fahrt. Von der Reisegesellschaft nur der Prinz und Hauptmann von Kalckstein bei Tisch. Kapitänlieutenant Hildebrandt, Erster Offizier auf der Nymphe, erzählt dem Prinzen von seiner Nordpolexpedition von 1868 bis 70. Er hat neun volle Monate mit dreizehn Gefährten auf einer Eisscholle und sieben Wochen auf offenen Booten zugebracht, dabei in steter Gesellschaft eines wahnsinnig gewordenen Gelehrten.«
Sein reicher Schwiegervater läßt 1888 von einem Schüler Stülers eine stattliche Klinkervilla mit vorgelagertem Wintergarten in der Fasanenstraße 23 bauen, die er dem Ehepaar schenkt. Als sie ihr Haus bezogen, war die Gegend noch wenig bebaut und auch der Kurfürstendamm war noch ein Reitweg und kein Großstadt-Boulevard. In dem Nachbarhaus lebte später seit seiner Wahl zum päpstlichen Nuntius im Jahr 1920, Eugenio Pacelli in einer
Mietwohnung ...

144 Seiten
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