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VORSCHAU Herbst 2012


VORSCHAU FRÜHJAHR 2012

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Druckfrisch Detlef Bluhm und Rainer Nitsche (Hg.) : BERLIN IST DAS ALLERLETZTE
Detlef Bluhm und Rainer Nitsche (Hg.) :
BERLIN IST DAS ALLERLETZTE
Absagen in höchsten Tönen



1991, vor zwanzig Jahren, wurde in Bonn vom Bundestag beschlossen, Berlin zur Bundeshauptstadt zu erheben. In der hitzigen Debatte zeigte sich, dass sowohl die Berlin-Gegner wie die Berlin-Befürworter einem völlig falschen Bild sowohl der Stadt wie ihrer Bewohner aufsaßen. Um dieses Bild zu korrigieren und der Realität anzunähern, fahndeten die beiden Herausgeber in der Literatur der letzten beiden Jahrhunderte nach Berichten, Bemerkungen, Erlebnissen, die von Reisenden (Künstlern, Schriftstellern, Deutschen wie Ausländern) hinterlassen wurden. Sie wurden dabei so reich belohnt, dass daraus eine Anthologie entstand, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ und so den einzig möglichen Titel erhielt: Berlin ist das Allerletzte.
Die von kapitalen Autorinnen und Autoren wie Stendhal, Balzac, Chopin, Madame de Stael, Dostojewski, Goethe, Fontane, Ossietzky, Polgar, Tschechow, Joseph Roth, Anna Louisa Karsch gespickte Sammlung wurde (nicht nur in Bonn oder Berlin) zu einem Renner.


»Ein besonders schön gestaltetes Buch, ein erstklassiges Geschenk, 
mit einer außerordentlich witzigen Versammlung von Texten.«

Monika Schoeller (S. Fischer Verlag), Welt am Sonntag



PRESSESTIMMEN

literaturen Dezember | Januar 2012


Berlin ist die angesagteste Stadt Europas – sagt man in Berlin. Der Berliner nimmt’s gelassen: Wie sollte es wohl sonst sein? Dass die Welt freilich die längste Zeit nicht besonders begeistert von des Berliners Lieblingsstadt war, ist deren heutigem Bewohner meist nicht mehr bewusst. Doch galt Berlin jahrhundertelang als das Hinterletzte, wen es hierher verschlug, der hatte Grund zum Jammern. »Stellen Sie sich ein Genf vor, das in einer Sandwüste verloren ist, und Sie haben eine Idee von Berlin. Es wird vielleicht eines Tages die Hauptstadt von Deutschland werden, aber immer wird es die Hauptstadt der Langeweile sein«, prophezeite Honoré de Balzac im Oktober 1843. […] Wer sich durch solche auf unmittelbarer Anschauung beruhenden Urteile über das historische Berlin auf seine Hauptstadt-Reise vorbereiten will, wird im wunderschön gestalteten Brevier mit Stadt-Charakterisierungen von Goethe bis zu Carl Einstein auf Amüsanteste versorgt.



inforadio rbb, 31. Mai 2011
Harald Asel


Wiederaufgelegt und jedem Berlin-Besucher ins Handgepäck gesteckt: "Berlin ist das Allerletzte", auch 18 Jahre nach dem Ersterscheinen jene ultimative Hasstirade auf Berliner Essen, Wetter, Freundlichkeit, Sehenswürdigkeiten aus diversen Jahrhunderten. Ungerecht und zutreffend, abwegig und zielgenau, voll Häme und Bedauern.



Literarische Welt, 22. Mai 2011
Elke Heidenreich


Ich bin glücklich. Endlich ist ein Buch mit dem überfälligen Titel ›Berlin ist das Allerletzte‹ erschienen. Jetzt endlich weiss ich, dass ich in einer guten Gesellschaft bin mit meiner Abscheu vor dieser preußischen Ansammlung unfassbarer Trostlosigkeit. So ein Buch tut gut, erfrischt das Herz […]



Tagesspiegel, 19. Mai 2011
Lothar Heinke

Schon diese Überschriften! „Kopfweh, Magenschmerz und Nervenübel“, „Möglichst schnell zum Bahnhof“, „Anarchie und Zügellosigkeit“ oder gar „Lieben kann man diese Stadt nicht“ vom berühmten Karl Scheffler, für den Berlin schon 1910 dazu verdammt war, „immerfort zu werden und niemals zu sein“ – all diese Vernichtungsurteile sog. Promis über unsere schöne, heimelige, herzige und weltweit gepriesene Hauptstadt, die Goethe wie Engels einfach nur ruppig fanden, sind jetzt wieder in einem Büchlein vereint. Dessen grobe Gemeinheit lässt schon der Titel ahnen: „Berlin ist das Allerletzte“.
Das sind „Absagen in höchsten Tönen“, ein disharmonischer, aber höchst launiger Kontrapunkt zur derzeitigen Berlin-Hysterie. […]

Den vollständigen Artikel lesen:

http://www.tagesspiegel-online.de


ÜBER DIE HERAUSGEBER

Rainer Nitsche, geboren in Swinemünde, Verleger und Autor, lebt in Förbau und in Berlin. 
Detlef Bluhm
, geboren am 15. Januar 1954 Berlin. Nach einem (abgebrochenen) Studium der Religionspädagogik und Theologie Tätigkeiten im Buchhandel und Verlagen. Von 1987 bis 1991 freier Verlagsvertreter und Werbeagentur für Buchhandlungen und Verlage. In dieser Zeit Beginn der publizistischen Tätigkeit.




AUS DEM INHALT

Berlin vereint die Nachteile 
einer amerikanischen Großstadt
mit denen einer deutschen Provinzstadt.
Seine Vorzüge stehen im Baedeker.
Kurt Tucholsky
(1926)


Aus dem Nachwort von Katja Lange-Müller
Der waschechte, seit mindestens zwei Generationen in Berlin geborene (und nicht etwa gebackene!) Berliner war, ist und bleibt, wie schon der weiland im altmärkischen Gardelegen geborene Couplet-Sänger Otto Reutter wusste, eine rare Spezies, eben »ein Geheimnis von Berlin«, auch wenn man ihm gelegentlich noch begegnet, dem tief plebejischen »Icke-Ditte-Kieke-Mal-Oogen-Fleesch-Und-Beene«-Aborigine, der in Krauchenwies bei Blaubeuren oder Bad Gandersheim oder sonstwo am Arsch der Welt bis heute dem Klischee von einem solchen entspricht. Wahr, zumindest wirklich, ist jedoch, dass er sich mittlerweile sehr gewandelt hat, der sogenannte typische Berliner, und Comedians, die ihn zu imitieren trachten, sagen nicht mehr »icke«, sondern mit türkischer Diktion »isch«. Nur in einem Punkte gleicht der gegenwärtige Berliner dem einstigen, ist mithin der ewige Berliner, er mault, nölt, nörgelt, … für sein Leben gern und bei jeder Gelegenheit – am liebsten auf und gerade nicht über Berlin; denn aus dieser hochnäsigen Perspektive könnte er es nur sehen, wenn er, wie ein »popliger« Tourist, den Kreuzberg oder die Kuppel des Reichstags erklimmen würde – oder wenn er, was vorkommt, sobald er die dafür nötige Kohle beisammen hat, wegfliegt, Richtung »Spananien«, seinem favorisierten Ferienziel. Der Berliner, woher immer er stammen mag, schimpft ja nicht nur gerne, er macht sich hin und wieder auch gerne »vom Acker«, um anderenorts rumzumeckern. – »Hundert Mal hab ick Berlin verflucht / Hundert Mal weit weg mein Glück jesucht…«, sang die unsterbliche Helga Hahnemann, die in Berlin begraben liegt. 
Auf Reisen gegangen, nach Berlin beispielsweise, und eine Weile dort hängengeblieben oder schnell wieder »abgedampft« sind auch die Autoren, Gelehrte, Künstler, Zeitungsleute, Politiker, Flaneure, deren keinesfalls vorurteilsfreien und womöglich deshalb so abfälligen Urteile versammelt sind in diesem Band, dessen Titel, »Berlin ist das Allerletzte«, vernichtender klingt, als er ist. Denn weder die Herren noch die zwei Damen noch deren Kritteleien haben, das dürfte mittlerweile erwiesen sein, Berlin klein oder nur einen Deut kleiner gekriegt; im Gegenteil, manche von ihnen haben, mehr oder minder freiwillig, ihren Teil beigetragen zur wahren, mit Quadratmeter- und Einwohnerzahlen kaum fassbaren, also unermesslichen Größe jener westlichsten Stadt des Ostens und östlichsten des Westens.

Titelcover BERLIN IST DAS ALLERLETZTE


Mit einem Nachwort von 
Katja Lange-Müller



Erweiterte Neuausgabe 
136 Seiten 
gebunden
14,80 €
ISBN 978-3-88747-253-5






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