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Carl-Peter Steinmann
Tatort Berlin
Erlesene Kriminalfälle
Berühmte Taten und Untaten: ob Bruch, Spekulation, Betrug oder Mord. Ein breites Spektrum krimineller Energie, kenntnisreich dargeboten und auch gesetzestreuen Lesern wärmstens anempfohlen!
Abbildung:
Blick vom U-Bahn-Eingang in die nächtliche Friedrichstraße, Ecke Jägerstraße,1926
© Heinz Lienek bpk Berlin
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: Leseprobe : Autorin/Autor : Pressestimmen
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176 Seiten, zahlreiche Abbildungen
gebunden
€ 16,80 (D) / CHF 31,00
ISBN 978-3-88747-242-9
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Inhalt: Tatort Berlin
»Wer eine Geschichte gelesen hat, dem ergeht es so wie mit der geöffneten Pralinenschachtel: Erst wenn sie alle ist, ist Ruhe. Das Leben, es schreibt doch die besten Geschichten.«
Der Tagesspiegel
Ein 18-jähriger spielt Al Capone und liefert sich, unterstützt von seiner tapferen, aber gebrechlichen Mutter, ein mehrstündiges Gefecht mit der Polizei; eine polnische Arbeiterin springt in den Landwehrkanal, wird gerettet, behauptet fortan, die letzte lebende Zarentochter zu sein, und beschäftigt als »Fall Anastasia« Medien und Justiz auf der ganzen Welt; eine berühmte Kammersängerin wird ausgerechnet nach ihrem gefeierten Auftritt als Brunhilde in Wagners »Götterdämmerung« vor der Oper erschossen; ein eleganter Autohändler pflegt eine vorbildliche, jedoch teure Leidenschaft: er sammelt bibliophile Raritäten und wird, um dieser Passion frönen zu können, zum raffinierten Villeneinbrecher; ein kleiner, ausgebuffter Zocker gründet ein Wettunternehmen, bietet Anlegern über fünfzig Prozent Rendite und macht den Rest der Welt um fast hundert Millionen Reichsmark leichter (das war schon so vor fast hundert Jahren); von einer Garage aus buddeln vier Männer den längsten Tunnel der Kriminalgeschichte zu einer Bank im noblen Viertel Schlachtensee und tauchen ab mit unerwartet reicher Beute.
Solche Fälle, in denen es nicht um »einfache« Verbrechen, sondern um raffiniertes Einfädeln, Tricks oder listiges, intelligentes Ausnutzen menschlicher Schwächen oder auch um tragikomische Verstrickungen geht, sammelt Carl-Peter Steinmann seit Jahren. Und natürlich bietet Berlin für seine spezielle Sammellust das geeignetste Terrain: Spekulation, Bandenwesen, internationale Verbindungen, Gutgläubigkeit, Angeberei und Raffgier waren und sind hier vorteilhaft versammelt.
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Autorin/Autor
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Foto des Autors
© Christoph Stollowsky |
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Carl-Peter Steinmann
wurde 1946 in Lerbeck/Westfalen geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Er lebt dort als Stadterzähler.
Der Autor konnte auf Zeitungsarchive, Gerichtsprotokolle, Polizeiakten zurückgreifen in jüngeren Fällen auch auf Aussagen von Beteiligten. Herausgekommen ist so eine breitgefächerte Geschichte der Kriminalität, verbunden mit kenntnisreichen Milieuschilderungen (vom Scheunenviertel bis zum vornehmen Westen) und Einblicken in Gefängnisse, Gerichte oder gar Richtstätten (»Der letzte Galgen«).
»Tatort Berlin« ist eine veränderte, erweiterte Neuausgabe des erstmals 1997 erschienenen und sehr erfolgreichen Titels.
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Leseprobe
Ein Bibliomane wird zum Meisterdieb … Ernst Gennat, von den Kollegen wegen seiner 125 Kilogramm Lebendgewicht auch »voller Ernst« genannt, sah sich in Bernotats umfangreicher Bibliothek um und beschäftigte sich mit der Frage, warum ein nachweislich wohlhabender Mann, der schon durch sein ehrlich verdientes Einkommen im Überfluss leben könnte, in Villen und Hotels einbricht. Aufmerksam betrachtete er die bis zur Decke reichenden Bücherregale und zog auch das eine oder andere Exemplar heraus.
Nachdem er einige der Bücher genauer studiert hatte, wurde ihm klar, dass es sich nicht nur um sehr viele, sondern um ausgesprochen seltene und wertvolle Bücher handelte, die hier zu Tausenden die Regale füllten. Zahllose Erstausgaben und bibliophile Raritäten hatte Bernotat zusammengetragen. Herbeigerufene Experten stellten fest, dass in den Regalen eine Büchersammlung von unschätzbarem Wert lagerte. Bernotat war offensichtlich ein Bibliomane, der unter dem Zwang stand, die wertvollsten Bücher besitzen zu müssen. Trotz seines hohen Einkommens hätte er sich eine Bibliothek dieser Qualität nie leisten können. So beging er die zahlreichen Einbrüche, um seiner Leidenschaft frönen zu können.
Der Prozeßbeginn gegen den Büchernarren war auf den 2. August 1922 festgelegt. Wenige Tage vor diesem Datum passierte etwas Unglaubliches: über Nacht verschwanden sämtliche Untersuchungsakten zum Fall »Bernotat«, ohne dass in die Räume der Staatsanwaltschaft mit Gewalt eingebrochen worden wäre. Dieser Vorfall machte klar, dass Bernotat einen Helfer im Polizeipräsidium haben musste. Es blieb nichts anderes übrig, als den Gerichtstermin zu verschieben, um in der Zwischenzeit in mühseliger Kleinarbeit alle Ermittlungen zu rekonstruieren. Für Ende September 1922 war ein neuer Verhandlungsbeginn festgesetzt worden, zu dem es allerdings auch nicht kam, denn plötzlich war Karl Friedrich Bernotat aus der Untersuchungshaftanstalt verschwunden. Wie sich später herausstellte, hatte ein Anwalt die Erlaubnis erhalten, Bernotat aufzusuchen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, nur hatten die Vollzugsbeamten nicht darauf geachtet, dass es einen Anwalt mit dem angegebenen Namen in Berlin gar nicht gab. Und noch schlimmer: Niemand achtete darauf, dass dieser vermeintliche Anwalt wenige Minuten später die Untersuchungshaftanstalt gemeinsam mit einem anderen Mann in Anwaltsrobe verließ … [Auszug]
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Pressestimmen
Frank Willmann, www.kalaschnikow.de, 18. 11. 09
Berlin (Kalaschnikow) - Nachts kommt die Gladowbande über Berlin. Sie rauben, sie stehlen, sie morden. Inspiriert von Al Capone und anderen amerikanischen Vorbildern kleiden sich die Männer in Anzüge und machen in den Spelunken um den Alexanderplatz den dicken Max. Nicht zuletzt ihre Großmannssucht sollte ihnen zum Verhängnis werden. Am Ende stand das Todesurteil für ihren Chef Werner Gladow.
Diese und weitere Geschichten um jede Art von wahren Verbrechen finden sich im lesenswerten Buch TatOrt Berlin. Autor Steinmann hat eine kleine Kulturgeschichte des Verbrechens in Berlin zusammengestellt, die unbedingt auf jeden Berliner Gabentisch platziert werden muss. Spannend, lehrreich, humorvoll und doch voll profundem Wissen.
Feine Geschichten zum Mitgruseln, Mitleiden und Mitverurteilten.
Das Böse ist immer und überall, doch das Richtschwert ist nie weit, wenn die Verbrecherwelt vorm Richter und seinem Henker die Hose runter lassen.
Link zum Artikel:
http://www.kalaschnikow.de/de/index.php?id=1317&rubrik=1
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