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Carl-Peter Steinmann
Von Karl May zu Helmut Newton
Spurensuche in Berlin
Hinter harmlosen Fassaden verbergen sich die spannendsten Geschichten hier werden sie ans Licht geholt!
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144 Seiten, gebunden, 20 Abbildungen € 14,80 (D)/CHF 26,60 ISBN 3-88747-213-6
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Inhalt: Von Karl May zu Helmut Newton
Carl-Peter Steinmann, leidenschaftlicher Stadt-Erzähler, schreibt über Orte, die für das Ungewöhnliche und Verrückte Berlins stehen: Zum Beispiel das jetzige Hotel Bogota in der Schlüterstraße, wo man auf Spuren von Helmut Newton, Johannes R. Becher, Friedrich Luft oder Wilhelm Furtwängler stößt; oder ein Hinterhofgebäude am Hackeschen Markt, wo sich in einer Bürstenbinderei zahlreiche Juden (u.a. Inge Deutschkron) verstecken konnten; oder das Gericht, wo Karl May einen Berliner Journalisten verklagte, der ihn als »Verderber der deutschen Jugend« beschimpft hatte; oder das jetzige Literaturhaus, das ursprünglich einem wagemutigen Nordpol-Fahrer gehörte, in dem in den zwanziger Jahren Vladimir Nabokov unter falschem Namen eine Lesung abhielt und wo in der Nachkriegszeit ein Striptease-Lokal die Pforten öffnete. Es geht um Orte, die in zugespitzter Weise deutlich machen, was für Berlin so typisch ist: Wechselbäder von Schrecken und Idylle, überraschende Hakenschläge der Politik, Verrücktheiten in der Kulturgeschichte, Sensationelles im Alltag Orte, die immer einen Besuch wert sind!
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Probe
Vom Nordpol nach Charlottenburg
Das Wintergarten-Ensemble in der Fasanenstraße (Auszug)
Am 23. Oktober 1869, um 2 Uhr morgens, zerquetschte das Eis unter lautem Krachen das Schiff, das dann innerhalb von wenigen Minuten versank. Zum Glück für die Besatzung waren die beiden Rettungsboote der »Hansa« unbeschädigt geblieben. Die vierzehn Seeleute hofften nun, daß sie auf ihrer riesigen Eisscholle vom Wind nach Süden getrieben würden, in eine Region, wo Rettung denkbar wäre.[...] Nach seiner Rückkehr trat Richard Hildebrandt zur kaiserlichen Marine über. In dieser Zeit verliebte er sich in die junge Louise Gruson, die Tochter eines Industriellen, die er 1874 heiratet. Der frisch gebackene Ehemann fährt weiter zur See und ist 1883 erster Offizier auf der »Nymphe«, die den preußischen Prinzen Friedrich Karl auf seiner großen Orientreise von Beirut nach Livorno trägt. Diese Schiffspassage bringt Hildebrandt in die Literatur. Kein geringerer als Theodor Fontane schreibt über ihn in seinen »Wanderungen« im Kapitel Dreilinden: »25. März 1883 (Ostersonntag): Stürmische Fahrt. Von der Reisegesellschaft nur der Prinz und Hauptmann von Kalckstein bei Tisch. Kapitänlieutenant Hildebrandt, Erster Offizier auf der Nymphe, erzählt dem Prinzen von seiner Nordpolexpedition von 1868 bis 70. Er hat neun volle Monate mit dreizehn Gefährten auf einer Eisscholle und sieben Wochen auf offenen Booten zugebracht, dabei in steter Gesellschaft eines wahnsinnig gewordenen Gelehrten.« Sein reicher Schwiegervater läßt 1888 von einem Schüler Stülers eine stattliche Klinkervilla mit vorgelagertem Wintergarten in der Fasanenstraße 23 bauen, die er dem Ehepaar schenkt. Als sie ihr Haus bezogen, war die Gegend noch wenig bebaut und auch der Kurfürstendamm war noch ein Reitweg und kein Großstadt-Boulevard. In dem Nachbarhaus lebte später seit seiner Wahl zum päpstlichen Nuntius im Jahr 1920, Eugenio Pacelli in einer Mietwohnung ...
Aus dem Inhalt:
Das Künstlerhaus zum St. Lukas: Wo die Käthe-Kruse-Puppe erfunden wurde Der Erzherzog und die »Weibergeschichten«: Vom Schloß zum Kreuzberger Hinterhof Maison de Santé: Die Schöneberger Kur- und Irrenanstalt Achtung, Achtung, wir rufen Kleingärtner. Zum Rasieren Rasenmäher benutzen! Der Deutsche Freiheitssender 904 Alles unter einem Dach: Spurensuche in der Schlüterstraße 45 Kunylogie kontra Atombombe: Was Bullrichsalz für die Verdauung ist Kuny für die Weltanschauung Wie gewonnen so verronnen: Das System Strousberg Spiel mit hohem Einsatz: »Blindes Vertrauen Versteckt am Hackeschen Markt« Den rechten Winkel meiden: Berlin braucht Menschen wie Osman Kalin Karl May in Berlin: Wildwest im neuen Kriminalgericht Vom Nordpol nach Charlottenburg: Das Wintergarten-Ensemble in der Fasanenstraße Auf dem achtfachen Pfad der Tugend: Das Buddhistische Haus in Frohnau Ein Häuschen mit Garten in Heiligensee: Hannah Höchs vegetative Collage Fidus der Getreue: Vom Bürgerschreck zum Hätschelkind des Großbürgertums Mit der »Desi« gegen Seuchen, Wanzen und Läuse: Die erste städtische Desinfektionsanstalt »Gepflegte Bauern im Millionärskaff«: Das Palais Pannwitz im Grunewald Mit Pauken und Trompeten: Das Babylon-Kino in Mitte Das Chamäleon: Der Zehlendorfer Bildhauer Arminius Hasemann
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Autorin/Autor
Carl-Peter Steinmann,
geboren 1946 in Lebeck/Westfalen, in Berlin aufgewachsen. Studium der Elektrotechnik und Gründung eines Verlags für Tonproduktionen. Organisiert und konzipiert Veranstaltungen und Führungen zu historischen Themen.
Er lebt als freier Autor in Berlin. Im Transit Verlag veröffentlichte er »Tatort Berlin« (3. Auflage) und »Von wegen letzte Ruhe«.
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Pressestimmen
Der Tagesspiegel, 04.10.2006
Käpt’n Hildebrandts Abenteuer
Wie ein Berliner im Packeis überlebte, warum ein junger Elefant sterben musste, was Karl May ärgerte:
Carl-Peter Steinmanns neues Buch erzählt die Geschichten hinter den Fassaden der Stadt (...)
Den vollständigen Artikel finden Sie unter
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/04.10.2006/2814994.asp
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